Wir müssen den Pre-Seed Crunch verhindern. +16% Neugründungen treffen auf -65% Pre-Seed Funding. Unser Forderungspapier: Ein Weckruf an Berlins Politik und Stadtgesellschaft!
Berlin schmückt sich liebend gerne mit seinen 57 Unicorns und gilt als Deutschlands führendes Startup-Ökosystem. Doch während die Öffentlichkeit auf die großen VC-Millionen schielt, bricht das Fundament in der Frühphase weg. Die bittere Realität: Die Frühphasenfinanzierung steht unter massivem Druck. Angel-Tickets sind im Median von 50.000 auf 38.000 Euro gesunken, das Pre-Seed-Volumen liegt auf dem Niveau von 2017. Ohne eine drastische Trendumkehr verliert Berlin in wenigen Jahren die – meist mit viel Steuergeld geförderten – Startups und damit die Scaleups von morgen. Das schadet massiv dem Wirtschaftswachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen.
Deshalb fordern wir mehr Fokus auf die Frühphase und ein klares Commitment der Berliner Politik!
Die Realität
Institutionelle VC-Fonds stemmen gerade einmal lächerliche 8 % der Erstfinanzierungen in Deutschland. Wer schließt die gigantische Finanzierungslücke in der kritischsten Phase („Double Valley of Death“)? Business Angels! Sie sind mit 74 % die tragende Säule unseres Ökosystems. Deshalb gilt es mehr privates Kapital zu aktivieren – vorzugsweise von Angels und nicht (nur) von VC Funds, die in der Frühphase selten investieren.
Doch genau diese Säule steht unter enormem strukturellem Druck:
➡️ Der Pre-Seed Crunch: Seit 2022 fällt das Pre-Seed-Finanzierungsvolumen in Berlin 2025 massiv ab. 30,7 Millionen Euro entsprechen dem Niveau von 2017.
➡️ Pleitewelle vs. Kapitalmangel: Zwischen 2022 und 2025 haben sich die Startup-Insolvenzen und -liquidationen nahezu verdoppelt. Im selben Zeitraum ist das Pre-Seed Funding Volumen um 65 % geschrumpft.
➡️ International abgehängt: Deutschland investiert, gemessen am BIP, weniger als 0,2 % in Venture Capital. Das Vereinigte Königreich und die USA investieren das 3,9- bzw. 5,6-fache!
Was Berlin und die Politik jetzt dringend tun müssen
Venture Capital Funds investieren in Traktion. Business Angels investieren, um diese zu erreichen. Was privat Investierenden hilft, hilft am Ende den Startups und der Wirtschaft. Wir fordern eine radikale Kehrtwende. Unter anderem fordern wir folgende Punkte:
✅ Co-Investment-Programm einführen: Ein unbürokratisches Matching-Modell auf Landesebene, das privates Angel-Kapital hebelt. Kein Zuschuss, sondern haushaltsneutrales Eigenkapital mit realem Renditepotenzial.
✅ Angel Taskforce & Gremieneinbindung: Der BACB und die Frühphaseninvestierenden müssen als Beratungsorgane strukturell in den Senat, den Wirtschaftsausschuss und IBB-Beirat eingebunden werden.
✅ Diversität gezielt fördern: Unter 20 % der Startup-Gründenden sind weiblich. Gründerinnen und Personen mit Migrationshintergrund haben es bei der Kapitalsuche erwiesenermaßen schwerer. Berlin muss Netzwerke stärken und Ausbildungsprogramme fördern, damit die nächste Generation erfolgreicher Gründer:innen wieder selbst investiert.
✅ Pilotkundenprogramm starten: Die öffentliche Hand ist Berlins größter Kunde. Ein „Innovationseinkauf“ muss Startups endlich den Zugang zu öffentlichen Aufträgen erleichtern.
✅ Standortnachteile abbauen: Abschaffung der Notarpflicht bei Anteilsverkäufen und ein vollständiger Reset des bundesweiten INVEST-Programms.
Ohne Angels keine Startups. Ohne Startups keine Innovation. Ohne Innovation keine Zukunftsfähigkeit.
Lest jetzt das vollständige Positionspapier des Business Angel Club Berlin-Brandenburg e. V. (BACB) und diskutiert mit uns! 📄👇

